Die Angaben dieser Chronik beruhen auf Angaben aus den Protokollbüchern, sowie mündlicher Überlieferungen der Personen, die zur Zeit der Gründung dabei waren.

1910 - 1938

1910
gründen Josef Schmidpeter und Xaver Dieling den Verein „Eichenlaub“ nach dem Vorbild der Vereine aus Wettstetten und Eitensheim, die bereits 60 Jahre bestehen.
Der Anstoß zur Gründung eines Schützenvereins kam von der damaligen Wirtin, Frau Maria Beck. Sie stammte aus der Gastwirtschaft Kellerbräu in Wettstetten. Die Schießabende sind am Donnerstag.

1914
wird durch den 1. Weltkrieg das Vereinsleben stillgelegt.

1925
greift der damalige Schützenmeister Martin Frey das Vereinsleben wieder auf. Bis zu den ersten Eintragungen im Protokollbuch gibt es nur mündliche Überlieferungen. Der erste Protokollbucheintrag  beginnt am 28.01.1928: Begrüßung durch 1. Schützenmeister Max Meyer. Es wird festgestellt und im Protokollbuch dokumentiert: „Jahres- und Kassenbericht konnten leider nicht erstellt werden, wegen Mangel an Unterlagen, da die bisherigen Bücher nicht ausgeliefert wurden“. Bisher ist Martin Schweiger Schriftführer und Kassier. Laut Protokollbuch werden die Verantwortlichen mit Einschreibebrief – leider vergeblich – aufgefordert, Protokoll-, Kassenbuch und Kasse abzuliefern. Auch will man gerichtlich gegen sie vorgehen. Es wird aber wegen Aussichtslosigkeit davon abgesehen. Dieses Verhalten führt zu den bisher einzigen Vereinsausschlüssen. (Der Bankrott der Gebr. Schweiger soll für viele Böhmfelder Bürger ein schwerer Verlust gewesen sein. Gar mancher musste Haus und Hof verlassen.) Die erforderlichen Neuwahlen ergeben folgendes Ergebnis:
1. Schützenmeister: Max Meyer
2. Schützenmeister: Xaver Dieling
1. Kassier und Schriftführer: Josef Schmidpeter
2. Kassier und Schriftführer: Xaver Beyer
Beisitzer: Johann Schneider und Anton Koller Xaver Beyer nimmt die Wahl nicht an. Für ihn wird Johann Schneider gewählt.
Der Mitgliedsbeitrag wird auf 1,- RM festgesetzt.
Der Verein besteht aus 22 aktiven und 5 passiven Mitgliedern.

1931
Laut Kassenbericht belaufen sich die Einnahmen auf 54,54 RM und die Ausgaben auf 35,91 RM, so dass ein Überschuss von 18,63 RM verbleibt.
Für den 18. und 19. März (Josefstag) wird ein Preisschießen und Preisverteilung mit Familientag beschlossen.
Von jedem Mitglied werden 1,50 RM erhoben.
Der Verein steuert für Preise pro Person -,50 RM bei.
Mitgliederstand: 29 aktive und 2 passive Mitglieder.
Als Neumitglieder werden aufgenommen:
Anton Bauer, Johann Meier, Martin Frey jun. und Josef Dieling.

1932
wird das Protokoll erstmals in lateinischer Schrift geschrieben. Zwischen 1933 und 1938 sind die Aktivitäten sehr eingeschränkt. 1934 wird beschlossen bei Todesfällen neben einer Kranzspende den Vereinsmitgliedern die an der Beerdigung teilnehmen, 1 Liter Bier im Vereinslokal zu vergüten. Von der Idee einen Schießstand zu bauen wird wegen der Ungunst der Zeit Abstand genommen. Die Protokolle wurden bis 01.04.1934 mit  „Das Schützenmeisteramt“ unterschrieben, ab 13.05.1934 mit „Der Vereinsführer“.

1935
findet das 25-jährige Stiftungsfest mit Preisschießen im Hof von Gastwirt Beck statt.

1939
erfolgt vorerst die letzte Eintragung. Die Schießabende sollen mit Rücksicht auf die Versammlungen und Kundgebungen auf den Samstag verlegt werden.
Schützenmeister Martin Frey schließt die Versammlung mit einem zu dieser Zeit bekannten Gruß.
Der Vereinsbeitrag beträgt 2,- RM. Im November 1940 wird eine Satzung erstellt. Die Aktivitäten sind durch den Krieg vollkommen lahm gelegt.

1950
lädt Josef Beck, Gastwirt, die Schützenkameraden zu einer Besprechung ein, um nach 10-jähriger Pause den Verein wieder ins Leben zu rufen.
Am 03.03.1951 begrüßt der alte Schützenmeister Martin Frey die Schützenmitglieder.
Es werden Neuwahlen durchgeführt, da der gesamte Vorstand aus Altersgründen zurücktritt.
1. Schützenmeister: Bartholomäus Schreiber
2. Schützenmeister: Josef Dieling
1. Schriftführer und Kassier: Josef Bauer
2. Schriftführer: Karl Waldmüller Beisitzer: Anton Zeller jun. Martin Meyer, Michael Pauleser. Martin Frey und Xaver Dieling werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

1952
wird beschlossen jährlich ein Königsschießen abzuhalten. Die Schützenkönige werden aber erst ab 1958 im Protokollbuch namentlich genannt.
Karl Waldmüller übernimmt das Amt des 1. Schützenmeisters, nachdem Bartholomäus Schreiber zurücktritt.

1953
wird die Königskette angeschafft. Sie wird aus einer Sammlung von wertvollen Talern, die von Mitgliedern und Gönnern des Vereins gestiftet werden, finanziert. Die Schützenkette wird vom Goldschmiedemeister Schuh aus Ingolstadt zum Preis von 100,-- DM hergestellt. Jeder Schützenkönig stiftet seit dieser Zeit einen Taler, der an dieser Kette angebracht wird.

Vom 02.07.1955 – 03.07.1955
findet das 45- jährige
  Gründungsfest mit Fahnenweihe statt. Patenverein ist „Tell Lippertshofen“.
Eine Getreidesammlung von 40 Zentnern erbringt mit 800,-- DM den ersten Beitrag zur Finanzierung der Fahne.
Unermüdliche Sammler sind Johann Münch, Gebrüder Strehler und Gebr. Dieling.  Die Fahnenfabrik Otto Müller aus Bad Godesberg fertigt die Fahne zum Preis von 1.260,-- DM. Am Festzug beteiligen sich 54 Vereine, davon 38 mit Fahne. Rund 200 Schaulustige säumen den Weg des Festzuges. Der Schützenverein besteht derzeit aus 62 Mitgliedern.
Mitgliedsbeitrag: 3,- DM

Seit 1958
findet die Preisverteilung vom Königsschießen in der Generalversammlung statt.
Als erster Schützenkönig wird  Josef Dieling. genannt.
Auf Kosten des Vereins gibt es 1 Liter Bier und 1 Paar Würste für die Mitglieder der Versammlung.
Diese Tradition wird bis heute gepflegt.

1962
findet das 50-jährige Jubiläumsschießen statt.

Der aktuelle Schützenkönig Herrmann Friedbauer gewinnt auch das Jubiläumsschießen.
Der Verein zählt 52 aktive, 8 passive und 6 Ehrenmitglieder

1963 - 1985

1963
finden erstmals nach 1954 Neuwahlen des Vorstandes statt.
Johann Münch übernimmt das Amt des 1. Schützenmeisters.
Der Schießstand im Gastzimmer des Gasthauses Beck darf nicht mehr benutzt werden, so dass der Wirt Josef Beck die Errichtung eines Schießstandes mit 4 Ständen im Obergeschoß genehmigt.
Am 03.08.1963 findet das Standeröffnungsschießen statt, das Johann Herzog gewinnt.

1970
muss ein neuer Schießstand gebaut werden, da das Gasthaus Beck schließt. Der neue Standort ist in der  Gaststätte Halsner (Schmiedwirt - heutige Raiffeisenbank).  Die neue Anlage besteht aus 8 vollautomatischen Schießständen.  Die Leitung des Baus übernimmt Johann Münch zusammen mit der Brauerei Herrnbräu. Der Stand besteht aus einem Holzanbau an der Gastwirtschaft und bietet keine Umkleidemöglichkeiten. Als Heizung steht  nur ein Ölofen zur Verfügung. Der Zuschuss der Gemeinde für den Anbau beträgt 1.000,-- DM.

1971
finden das Standeröffnungsschießen und das 60-jährige Jubiläum des Vereins gleichzeitig statt. Für die fleißigen Helfer des Standneubaus und des Eröffnungsschießens gibt es im Dezember ein Hammelessen.

Vom 14.6. – 17.6.1985
feiert der Verein sein 75-jähriges Jubiläum
mit dem Patenverein
„Tell Lippertshofen“.
Am Festzug nehmen 83 Vereine und 8 Musikkapellen teil. Als Festkapelle sind die Böhmfelder Bergbläser unter der Leitung von Herbert Mayer engagiert. Der Trachtenverein Gungolding führt einige Volkstänze auf. Es werden 52 Ehrungen vorgenommen. Schirmherr ist Bürgermeister Alfred Ostermeier. Herr Pfarrer Peter Waller und Herr Pfarrer Franz Federl zelebrieren den Festgottesdienst. Die Sontheimer Musikgesellschaft sorgen für Stimmung am Sonntagabend und zum Festausklang am Montag.

1986 - 1999

1986
wird bei den anstehenden Neuwahlen Franz Stadler zum 1. Schützenmeister gewählt.
Er bedankt sich bei seinem Vorgänger Johann Münch mit einem Zinnteller.

1987
wird für den Jugendkönig eine Kette angeschafft die 1.700,- DM kostet.

1988
wird die erste weibliche Schützenkönigin proklamiert.
Marianne Hartnagel gewinnt mit einem Teiler von 19,5.
Der erste Jugendkönig heißt Max Stadler. Da der Nutzungsvertrag mit Herrnbräu ausläuft, wird im 1. Stock der neu geplanten Gastwirtschaft „Beckerwirt“, der jetzige Schießstand gebaut. Der Dachstuhl und die benötigten Wände des ehemaligen Stalls werden in 4.849 Stunden Eigenregie umgebaut.
Die geplanten Baukosten von 185.468,- DM betragen dann nur 124.508,- DM.
An der Finanzierung des Baus beteiligen sich die Gemeinde und das Landratsamt.
Die Standabnahme findet am 21.11.1988 statt. Die Einweihung kann am 27.05.1989
gefeiert werden. Beim Prominentenschießen gewinnt Karl Stark sen. die von Martin Nadler sen. gestiftete Scheibe.

Im September 1989
findet ein Standeröffnungsschießen mit den umliegenden Vereinen statt.
Michael Strehler jun
. gewinnt die von den Ehrenmitgliedern Johann Münch, Ruppert Karl,
Lorenz Tratz gestiftete Scheibe.

1990
feiert der Verein sein 80-jähriges Jubiläum.
Unter Franz Stadler erzielt der Verein seine höchsten sportlichen Erfolge.
Claudia Meyer gewinnt mit der Mannschaft SSB Mittelbayern 1998 und 1999 die Deutsche Meisterschaft.

1999
tritt Franz Stadler aus gesundheitlichen Gründen zurück und wird von Reinhard Strehler abgelöst.

2000 - 2005

2000
feiert der Verein das 90-jährige Jubiläum zusammen mit der Rot-Kreuz Bereitschaft im Wertstoffhof, der dafür extra umgebaut wird. In diesem Jahr erwirbt der Verein eine Infrarot-Schießanlage zum Preis von 1.000,- Euro. Vom 16.06.2000 – 09.07.2000
findet das erste Bürgerschießen mit 392 Teilnehmern statt.

Bürgerkönig: Johann Schneider jun.

Mannschaft:
1. Gartenbauverein  821 Ringe
2. Kindergarten  817 Ringe
3. Kriegerverein/Reservisten  801 Ringe

Einzelwertung:
1. Helmut Schipper sen.
2. Johann Münch
3. Petra Strehler

Vom 04.06.2004 – 27.06.2004
findet das zweite Bürgerschießen mit 233 Teilnehmern und 13 Vereinen statt. Bürgerkönig: Olaf von Sawitzky

Mannschaft:
1. Kriegerverein/Reservisten   846 Ringe
2. Pfarrgemeinderat  837 Ringe
3. CSU  799 Ringe

Einzelwertung: 
1. Michael Strehler
2. Melanie Schimmer
3. Andreas Siegwardt

2005
werden die beiden ersten weiblichen Mitglieder des Schützenvereins zu Ehrenmitgliedern ernannt:
Maria Tratz und Marianne Münch
(40 Jahre Mitgliedschaft und 75 Jahre alt)

2006 - 2010

2006
werden Neuwahlen durchgeführt, bei denen Margot Siegwart als erste Frau zur 1. Schützenmeisterin gewählt wird.
Erstmalig kommen bei der Generalversammlung Laptop und Beamer zum Einsatz.
Da im Jahr 2010 das 100-jährige Jubiläum ansteht und gleichzeitig Neuwahlen anstünden, beschließt der Verein eine Satzungsänderung. Es wird beantragt:
„Die Amtsperiode der im Januar 2006 neu gewählten 1., 2., und 3. Schützenmeister sowie die der neu gewählten Ausschussmitglieder und Rechnungsprüfer beträgt 5 Jahre. Die Verlängerung gilt einmalig. Die Amtszeit endet mit den Neuwahlen 2011. Danach gelten wieder 4 Jahre für die Vorstandschaft und Rechnungsprüfer:“ Der Antrag wird einstimmig angenommen. Beim 100-jährigen Gründungsfest in Oberstimm bricht der Stiel der Vereinsfahne.
Franz Michel
richtet für den Verein eine eigene Homepage im Internet ein. Auf ihr können alle Informationen aus dem Vereinsleben in Text und Bild nachgelesen werden.

2008
In der Generalversammlung entscheidet sich der Verein mehrheitlich dafür, dass das Gründungsjahr im Jahr 2010 gefeiert werden soll.
Anschließend beginnen durch regelmäßige Sitzungen des Festausschusses die Vorbereitungen für das Fest

2009
Die Schützen Andreas Grad und Christin Stark erzielen ihre Königswürde erstmals mit der Pistole.
Am 17.10.2009 findet das Patenbitten des Vereins für das Jubiläum 2010
beim Schützenverein „Tell Lippertshofen“ statt.

2010
Das Jubiläumsjahr beginnt am 10.01.2010 mit dem Neujahrsempfang beim Bürgermeister und Schirmherrn Alfred Ostermeier, zu dem der Verein geladen ist. Am selben Tag findet die Generalversammlung mit der Ernennung der Schützenkönige statt. Alter und neuer Jugend-Schützenkönig ist Christian Stark. Er gewinnt die Königsscheibe mit der Luftpistole. Johann Münch erringt die Königswürde nach 1956, 1957, 1958 und 1963 zum fünften Mal. Er gehört dem Verein seit 1950 an und ist von 1963 bis 1986  1. Schützenmeister. Unter seiner Regie wird der neue Schießstand im Schmiedwirt gebaut. 1987 ehrt ihn der Verein mit der Ernennung zum Ehrenschützenmeister. Seine Verdienste würdigt der Gau mit der Gauehrenmitgliedschaft. 1997. Die Fahne wird aus Anlass des Festes renoviert. Die Finanzierung erfolgt durch die Werbeeinnahmen in der Festschrift. Dem Verein gehören derzeit 211 Mitglieder an.

Vom 13.05.2010 - 16.05.2010 feiert der Verein sein 100-jähriges Jubiläum
Das Fest beginnt am 13.05.2010 mit einem Rockabend der Band King Schlayer bei kaltem und regnerischem Wetter. Höhepunkt des Festes ist unter anderem am Freitag die Biermösl Blos’n, die mit ihren humoristischen Texten und Vielfalt an Musikinstrumenten für einen gelungen Abend sorgt. Am Samstag findet ein weiterer Höhepunkt des Festes mit dem Ehrenabend statt. Viele Mitglieder erhalten im Rahmen des Festes Urkunden und Auszeichnungen. Unter anderem wird den Vorstandsmitgliedern das Protektorabzeichen seiner Königlichen Hoheit Herzog Franz von Bayern verliehen. Dies ist eine besondere Ehre. Die Sontheimer Musikgesellschaft heizt den Gästen mit ihrem breiten Musikrepertoire im Zelt kräftig ein und die Festdamen und Festmädchen bieten mit ihren schönen Dirndln ein farbiges Bild. Die vom Festleiter Reinhard Strehler gestiftete Scheibe zu Ehren des Festes gewinnt Rupert Karl sen..
Am Sonntag weiht Herr Pfarrer Reinhard Förster beim Festgottesdienst im Zelt das Band der Festdamen. Am Nachmittag findet der große Zug mit den geladenen Vereinen und Musikkapellen durch Böhmfeld statt. Die Festkapelle „Böhmfelder Bergbläser“ unter der Leitung von Klaus Koller empfängt die Vereine im Zelt und mit ihrem vielfältigen Musikrepertoire wird es nicht langweilig. Zum Abschluss des Festes zeigt sich noch der Festausschuss auf der Bühne und bedankt sich bei seinen Gästen. Margot Siegwardt und Reinhard Strehler erhalten von den Mitgliedern des Festausschusses kleine Geschenke für die erfolgreiche und gute Arbeit der letzten Jahre. Bei Christa Hürdler und Ingrid Koston bedankt sich der Festleiter mit einem Blumenstrauß. Für die fleißigen Helfer des Festes findet am 17. Juli 2010 eine kleine Nachfeier im Kotterhof statt.

Copyright der Chronik bei Ingrid Koston.
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